Die Kirche in Gebenstorf


Seit der Reformation bildet Gebenstorf das Zentrum der reformierten Kirchgemeinde. Hier wohnte der Pfarrer, der auch im von beiden Konfessionen benutzten Gebenstorfer Margaretenkirchlein predigte. Die aus dem Mittelalter stammende Kirche war seit längerem so baufällig, dass man sie 1889 abbrach, um für die heutige reformierte Kirche Platz zu schaffen. Bereits zwei Jahre früher hatten die Gebenstorfer Katholiken ein eigenes Gotteshaus erbaut.

Der Basler Architekt Paul Reber entwarf die neue reformierte Kirche im neugotischen Stil. Die spezifisch für die reformierte Liturgie gestaltete Saalkirche konnte 1891 eingeweiht werden. So steht die Kanzel im Zentrum des Chorbereichs, umgeben von einem imposanten Chorgestühl. Ihr dunkles Holz hebt sich ab von den farbenfrohen Ornamenten an Wand und Decke. Überraschend sind die beiden Glasfenster im Chor, von denen das eine den gekreuzigten Jesus zeigt, der in einem zweiten als Auferstandener mit einer Schweizer Fahne über den Tod triumphiert. Auf der Empore steht eine Orgel von Armin Hauser aus Kleindöttingen. Aus der Vorgängerkirche haben sich zwei silberne, gravierte und teilvergoldete Abendmahlsbecher aus dem 16. und 17. Jahrhundert erhalten. Der ältere stammt vom Basler Goldschmied Theodor Merian. Von aussen fällt das zierliche Masswerk am Turm und an den Spitzbogenfenstern aus Mägenwiler Kalksandstein auf. Die vier Glocken aus dem Jahre 1891 kommen aus der Glockengiesserei Rüetschi in Aarau. 1966 bestand ein Neubauprojekt, das den Abbruch der heutigen Kirche vorsah. Ein Jahr später wurde sie aber unter kantonalem Schutz gestellt und 1968/69 behutsam renoviert.

Bereits Ende des 18. Jahrhundert ersetzte das heutige Pfarrhaus eine Vorgängerbaute aus dem 16. Jahrhundert. Der Berner Werkmeister Niklaus Sprüngli schuf das herrschaftliche Pfarrhaus im Stil des Spätbarocks. Besonders sehenswert ist das von zwei ovalen Öffnungen flankierte Eingangsportal. Das Ensemble auf dem Kirchenhügel an der Hinterrebenstrasse wird ergänzt durch das 1986 eröffnete Kirchgemeindehaus, das Vereins- und Schulungsräume sowie Pfarrbüros und das Sekretariat beherbergt. An seiner Stelle stand zuvor die Zehnt- und Pfarrscheune.

Patrick Zehnder, 14.8.2014

 

weiterführende Literatur

  • Enkegaard, Cornelia u.a.: Chronik der reformierten Pfarrkirche. In: Die Pfarrkirchen in Gebenstorf – eine Chronik. Gebenstorf 1991, S. 22-34.
  • Steigmeier, Andreas u.a.: „Wohlhabenheit wird nur Wenigen zu Theil“. Aus der Geschichte der Gemeinde Gebenstorf. Gebenstorf 1997, S. 34-51 und 73-87.

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